US-amerikanische Amateurfunker verwendeten Mitte der 1950er Jahre den Begriff „hacking“ als Ausdruck für besonders einfallsreiche Anpassungen ihrer Geräte, die dazu dienten, deren Leistung zu verbessern.

In den späten 1950er Jahren wurde der Begriff „hacking“ auch vom Modelleisenbahnclub des MIT, genauer dem TMRC (Tech Model Railroad Club of MIT) verwendet, welcher ebenfalls Bezug zur Anpassung ihrer elektronischen und mechanischen Geräte nahm. Das Wort „Hack“ stand zunächst im Kontext von technikbasierten Streichen oder entsprach einem Synonym für besonders geschickte oder gewagte Taten. Hat ein Student des MIT einen raffinierten Streich ausgeheckt, galt der Übeltäter als „Hacker“. Der Gebrauch des Wortes „Hack“ verschob sich zur Technik, die benötigt wird, um den Streich auszuführen und wurde später für eine schlaue technische Lösung im Allgemeinen verwendet, ohne sich dabei unbedingt auf den Computer zu beziehen.

Demgegenüber nannten die Computerfreaks des MIT AI Lab (Artificial Intelligence Laboratory), welche die ersten Großrechner und Minicomputer des MIT programmierten, seit Anfang der 1960er Jahre auch das gemeinsame Programmieren und den freien Austausch von Wissen „hacken“ und sich selbst „Hacker“. Bereits in diesen ersten Jahren verfassten sie für sich einen Kodex, der allerdings damals nicht in schriftlicher Form festgehalten wurde. Erst zwei Jahrzehnte später dokumentierte der Journalist Steven Levy seine persönlichen Eindrücke von dieser Szene und ihren Werten in seinem Buch „Hackers - Heroes of the Computer Revolution“, wobei er den Kodex als Hackerethik beschrieb.

Als Mitglieder des Modellbahnklubs damit begannen, mit einem DEC-PDP-1-Computer zu arbeiten, wurde ihr Slang nun auch in schriftlicher Form auf den Computer übertragen. Die zuerst bekannte Verwendung des Begriffs „Hacker“ wurde auf diese Weise von der Ausgabe des Studentenpapiers vom 20. November 1963 der technischen Fachschule des MIT registriert.

1971 eröffnete John T. Draper, auch bekannt als „Captain Crunch“, durch seine Publikation eines speziellen Tonwahlsignals die Ära des kostenlosen Telefonierens, das so genannte Phreaking. Dies war ein bemerkenswerter Hack, welcher die erste markante Assoziation zwischen dem Begriff „Hacken“ und dem Überwinden von Sicherheitsbarrieren darstellt.

1975 kamen die ersten in großen Stückzahlen produzierten Personalcomputer auf den Markt, wodurch der Computer Einzug in die Wohnzimmer vieler Hacker fand und populäre Computerbausätze die Tradition der Hacker förderten, die Technik wirklich zu verstehen.

In den 1970ern bis Anfang der 1980er Jahre wurde der Begriff „Hacker“ als Bezeichnung für außergewöhnlich gute Programmierer geprägt. In einem übergreifenden Sinn gleicht das Wort innerhalb der Hackerszene auch heute noch einem Rang: Es zeugt von Respekt und stellt eine Auszeichnung für außergewöhnlich gute Fähigkeiten dar, welche von Mitgliedern der Szene als nicht vorschnell verliehen gilt.

Demgegenüber werden auch skurrile, meist auf die Schnelle erstellte Notlösungen als „Hack“ bezeichnet, die zwar funktionieren, aber bei weitem nicht perfekt sind. In Bezug auf einen Entwickler, dessen Quellcode eine einzige Aneinanderreihung solcher Hacks darstellt, steht das Wort „Hacker“ für einen schlampigen Programmierer und stellt in diesem Kontext keine Ehrung dar.

1983 propagierten die Medien Newsweek und CBS News erstmals den Begriff „Hacker“ im Zusammenhang mit kriminellen Computerfachleuten, die an Einbrüchen in fremde Rechner beteiligt waren und mehr zur Tradition und Mentalität der Phreaking-Kultur gehörten.

Mitte der 1980er Jahre standen Hacker vornehmlich für wissbegierige Menschen, welche die Welt der Computer erforschten und dabei in die Tiefen der Materie eindrangen. Einige von ihnen erhielten so auch die Fähigkeit, sich in fremde Systeme hacken zu können. Aufgrund der Faszination von dieser Fähigkeit, wurde sie vor allem in den 1980er und 1990er Jahren durch Film und Presse stark übertrieben dargestellt. Eine recht begrenzte Definition des Begriffs erreichte so die Köpfe der Bevölkerung und ließ den Mythos Hacker, wie er heute sprachgebräuchlich verwendet wird, entstehen. Der 1988 erschienene Beitrag Stalking the Wily Hacker von Clifford Stoll aus der Mai-Ausgabe des Communications of the ACM sowie sein maßgebliches Werk The Cuckoo's Egg aus dem Jahr 1989 und nicht zuletzt die Reaktionen der Presse auf den zu dieser Zeit kursierenden Morris-Wurm und den KGB-Hack taten ihr Übriges, um dieses einseitige Bild nachhaltig zu prägen.